Weiß in Aquarellen nutzen?

In der Acryl- oder Ölmalerei ist es selbstverständlich: Das Malen mit weiß. Bei der Aquarell Malerei hingegen ist der Einsatz von weißer Farbe etwas schwieriger.

Wie du dennoch nicht auf Lichteffekte und deckende, weiße Aquarellfarben verzichten musst, erfährst du in diesem Artikel. Du wirst überrascht sein, wie einfach es sein kann …

Papierweiß nutzen

Schauen wir zuerst auf die Negativtechniken. Denn die einfachste Möglichkeit, weiße und helle Stellen in deinem Aquarell zu nutzen, ist das Weglassen von Farbe!

  • So gelingt es dir ohne zusätzliche Hilfsmittel: Du sparst die entsprechenden Bereiche komplett aus und einzig das Weiß deines Aquarellpapiers wird später als Helligkeit wahrgenommen. Diese Herangehensweise eignet sich besonders für Landschaften und Himmelsmalereien. Das Weiß ist dabei unschlagbar hell.
  • Um gewisse Bereiche auszusparen und scharfe Kanten zu erhalten, klebst du die entsprechenden Stellen einfach mit Kreppband ab. Später entfernt du das Kreppband und der weiße Bereich wird wieder sichtbar. Bei Bedarf kannst du das Krepp sogar zuschneiden, um komplexere Formen auszusparen.
  • Noch detaillierteres Arbeiten ist mit einer Maskierflüssigkeit möglich. Umgangssprachlich auch Rubbelkrepp genannt, ist diese Flüssigkeit wirklich eine geniale Alternative. Mit einem Pinsel oder direkt aus einem entsprechenden Stift trägst du die Maskierflüssigkeit auf. Ist dein Aquarell getrocknet, lässt sich die getrocknete Flüssigkeit wieder entfernen und das weiße Papier wird wieder sichtbar.
  • Negative Flächen lassen sich auch mit anderen Hilfsmitteln erzeugen. So kann ein umgedrehtes Glas dafür sorgen, dass ein exakter, weißer Kreis ausgespart wird.

Doch nicht immer eignet sich eine Negativtechnik für weiße Stellen in Aquarellen (ein Sternenhimmel lässt sich bekanntlich nicht so gut aussparen). Daher schauen wir uns als nächstes die logische Alternative an: Ein zusätzlicher Farbauftrag.

Weiße Farbe ergänzen

Für nachträgliche Lichtreflexe oder besonders detaillierte, helle Lichter ist der Einsatz von deckendem Weiß notwendig.

  • Das passende Pendant zu deinen Aquarellfarben ist dabei das klassische Deckweiß. Mit etwas Glück hast du es bereits in deinem Farbkasten. Andernfalls musst du es einzeln dazukaufen. Deckweiß gibt es sowohl als Napf, als auch in der Tube. Um ein möglichst deckendes Ergebnis zu erhalten, eignet sich ein direkter Farbauftrag aus der Tube am besten.
  • Eine Alternative bietet der Einsatz von Acrylfarbe oder Gouache. Dick aufgetragen erhältst du so relativ weiße Flächen. Der Untergrund muss dabei natürlich komplett trocken sein!
  • Um weiße Details zu ergänzen, eignen sich abseits des Pinsels auch Acrylstifte oder Gelroller. Die Stifte erlauben besonders feine Linien und du erhältst einen sehr gleichmäßigen Farbauftrag. Für größere Flächen ist diese Herangehensweise jedoch ungeeignet.

Achte beim Einsatz von anderen Flüssigkeiten unbedingt darauf, dass du nicht deine hochwertigen Aquarellpinsel nutzt. Die sind sonst schneller verklebt, als dir lieb ist.

Für welche Herangehensweise du dich letztendlich entscheidest, hängt direkt von deinem Motiv ab. Sei mutig und teste verschiedene Techniken und Materialien, um dein gewünschtes Ergebnis zu erhalten. Berichte gerne in den Kommentaren, wie du mit weißen Flächen in der Aquarellmalerei umgehst.

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