Das Bullet Journal – So nutzt du es für dich!

Das Bullet Journal kann als eine Art Renaissance des Tagesbuchs angesehen werden – ist aber eigentlich noch viel, viel mehr!

In diesem Artikel erfährst du, wie du dein eigenes Bullet Journal aufsetzt und es zu deinem persönlichen Life Coach machst.

Ich zeige dir dabei ganz genau, welche Tricks, Techniken und Systeme es gibt und welche Materialien du brauchst. Nach dieser Anleitung weißt du alles, um mit dem Bullet Journaling zu beginnen.

Du bestimmst dein Journal

Vorab ein wichtiger Punkt: Das Bullet Journal richtet sich nach dir – und nicht umgekehrt! Das heißt, dass jedes Bullet Journal anders aussehen kann.

Es soll dir helfen, deinen Alltag und deine Aufgaben zu organisieren. Und da jeder Alltag absolut individuell ist, verlangt es auch ein ebenso individuelles System der Organisation.

Die grundlegenden Richtlinien für ein „BuJo“ (die Abkürzung für Bullet Journal) helfen dir dabei, dein eigenes System zu entwickeln. Keine Sorge – das klingt komplizierter, als es am Ende tatsächlich ist.

Im Endeffekt ist das Bullet Journal eine Kombination aus Tagebuch, Kalender, To-Do-Liste, Skizzenheft und vielem mehr.

Die Gründung dieser fantastischen Methode der Organisation geht übrigens zurück auf Ryder Carroll, einem Designer aus New York.

Ob du nun eine Masterarbeit planst oder das tägliche Mittagessen – ein Bullet Journal wird dir helfen! Vergiss das klassische Notizbuch und entdecke das Bullet Journaling.

Vorteile des Bullet Journalings

Bevor wir an eine exemplarische Umsetzung gehen, möchte ich dir verraten, warum das Bullet Journal so erfolgreich ist – und ich selbst auch endlich ein BuJo gestartet habe.

  • Mit einem Bullet Journal bringst du Ordnung in deinen Alltag
  • Das BuJo ist ein System, dass du perfekt auf dich selbst abstimmen kannst
  • Es fördert und fordert deine Kreativität (wenn du möchtest!)
  • Die analoge Beschäftigung ist die ideale Alternative zu Bildschirmen, Smartphones und Co.
  • Es vereint verschiedene Fähigkeiten, wie zum Beispiel das Sketchnoting, das Handlettering oder „richtiges“ Malen und Zeichnen

Schritt für Schritt zu deinem eigenen BuJo

Und wie startest du nun ein Bullet Journal? Auf Basis des Systems von Ryder Carroll (dem BuJo Erfinder) und bewährter Methoden anderer BuJo-Fans.

Denn um das System an deine Bedürfnisse anzupassen, musst du es natürlich erst einmal kennenlernen. Nur dann kannst du anfangen es zu optimieren.

Notizheft und Stifte

Wie so oft, stellt sich direkt am Anfang die Frage nach dem richtigen Material. Was für ein Heft kannst du nutzen? Welche Stifte brauchst du?

Ich gebe dabei fast immer die gleiche Empfehlung: Starte mit dem, was du hast!

Schnapp dir ein Notizbuch deiner Wahl, einige Stifte und vielleicht ein Lineal. Damit kannst du bereits dein erstes Bullet Journal anlegen.

Gefällt dir das System, kannst du bewährtes Material zusätzlich kaufen. So zum Beispiel Blöcke mit Punktrastern und tollen Einbänden, sowie schicke Fineliner und Brushpens. Material-Empfehlungen findest du dazu noch weiter unten auf der Seite.

Jetzt wollen wir vor allem eines: Anfangen!

Das Grundgerüst

Ein typisches Grundgerüst besteht aus einem Index, einem Key, zeitlichen Übersichten (Jahr, Monat, Woche/Tage) und diversen Trackern, Logs und Listen.

Nachfolgend gehe ich dieses Grundgerüst mit dir durch und wir erstellen zusammen die Basis für dein erstes Bullet Journal.

Der Index

Der Index ist eines der wichtigsten Elemente, damit du deine Übersichten, Listen und Einträge später schnell wieder findest. Er funktioniert wie das Inhaltsverzeichnis eines Buches – nur dass du ihn frei gestalten kannst und im Laufe der Zeit erst komplett füllst.

Bullet Journal Index

Wie genau dein Index gefüllt wird, ergibt sich erst aus den nachfolgenden Elementen.

Tipp: Einige Notizhefte haben standarmäßig schon ein Inhaltsverzeichnis, welches du nutzen kannst. Das muss dich aber nicht daran hindern, trotzdem einen eigenen Index anzulegen, der deinen Vorstellungen entspricht.

Rapid Logging und der Key

Der Key („Schlüssel“) ist eine Übersichtsseite über deine eingesetzten Symbole. Praktisch eine Art Legende, bei der erklärt wird, welches Symbol was bedeutet.

So kannst du immer wieder einen Blick auf deinen Key werfen und weißt genau, wie deine Symbole aussehen (sollen) und für was sie eingesetzt werden.

Das typische System dafür nennt sich „Rapid Logging“ und funktioniert wie folgt:

  • Notizen werden mit einem Bindestrich (Spiegelstrich) gekennzeichnet
  • Aufgaben erhalten als Markierung einen einfachen Punkt. Ist die Aufgabe erledigt, wird der Punkt durch ein Häkchen oder ein Kreuz übermalt. Wird sie verschoben, erfolgt die Übermalung mit einem kleinen Pfeil, der nach rechts zeigt. Fällt die Aufgabe komplett weg, streichst du sie einfach durch.
  • Termine stellst du mit einem kleinen Kreis dar. Ist der Termin erledigt, füllst du ihn mit der jeweiligen Farbe aus.
  • Symbole wie zum Beispiel ein Ausrufezeichen oder ein Sternchen helfen dabei, wichtige Punkte zusätzlich zu markieren.
Bullet Journal Key

Es ist dir überlassen, dieses System zukünftig an deine Anforderungen anzupassen!

Tipp für den Anfang: Wenn du deine eigenen Symbole noch nicht auswendig kennst, kannst du dir eine Klapp-Seite anlegen, auf der du deinen Key noch einmal wiederholst. Wann immer du später eine Seite gestaltest, klappst du deine Übersicht aus und hast sie damit immer sofort im Blick.

Die Jahresplanung (Future Log) – Der große Überblick

Von nun an bewegen wir uns vom „Groben“ ins „Feine“. Als erstes folgt dazu eine Jahresübersicht (auch „Future Log“ genannt), für große und wichtige Dinge. Hier ist zum Beispiel Platz für Geburtstage, Urlaube, Events oder wichtige Aufgaben.

Du musst dabei nicht mit dem Januar starten, sondern kannst eine beliebige Anzahl an Monaten festhalten. So bist du mit deinem Bullet Journal nicht an den Jahresanfang gebunden, sondern kannst auch später neu einsteigen.

Startest du dein BuJo im März, macht es Sinn die Monate März bis Dezember aufzuzeichnen. Ansonsten eignen sich zum Beispiel sechs Spalten für die erste Jahreshälfte.

Bullet Journal Jahresplanung

Tipp zur Seiten-Aufteilung: Bei 26 Feldern ergibt sich eine harmonische Dreiteilung mit 8+9+9 (linke Seite) und 9+9+8 (rechte Seite) Feldern. Dann passen die Wochentage perfekt in die Spalten, mit jeweils einem Feld Abstand zum Rand (außer bei der ersten und letzten Spalte auf der Doppelseite).

Das Prinzip deines Keys wendest du hier bereits an. Einziger Unterschied zum Tageslog (siehe weiter unten): Bei Bedarf nimmst du den jeweiligen Tag noch einmal mit auf.

Bullet Journal Jahresplanung mit Notizen

Die Monatsplanung – Wichtige Termine immer im Blick

Als nächstes folgt die Monatsübersicht. Hierbei schaffst du Platz für alle (28-31) Tage eines jeden Monats. Wichtige Events aus der Jahresplanung kannst du hier wiederholen, wenn du sie im Blick haben möchtest.

Bullet Journal Monatsübersicht

In der Monatsplanung ist außerdem der richtige Platz für Termine und Aufgaben die nicht zur täglichen Routine gehören. Das können beispielsweise Arztbesuche, spontane Wochenendtrips oder andere größere Vorhaben sein.

Bullet Journal Monatsübersicht mit Notizen

Die Wochenplanung – Tägliche Aufgaben meistern

Bei der Wochenübersicht geht es dann richtig ans Eingemachte. Hier visualisierst du jede Woche durch die Darstellung der einzelnen Tage und hast damit die Möglichkeit, tagesaktuelle Listen anzulegen.

Die Wochenplanung ist sehr flexibel. Du solltest sie nicht im Voraus planen, da du noch nicht weißt, wie viel Platz du für die einzelnen Tage brauchen wirst. Gehst du dabei Tag für Tag vor, kannst du deine Tageslisten beliebig ausdehnen oder auch mal ganz kurz ausfallen lassen – je nach dem, was alles ansteht.

Den darauffolgenden Tag ergänzt du dann einfach indem du etwas Platz lässt oder die Seite wechselst.

Bullet Journal Wochenplanung

Und was genau steht da nun drin? Notizen, Aufgaben, Erinnerungen, Termine! Alles, was du an dem jeweiligen Tag erledigen möchtest. Ob das nun Vorhaben beruflicher oder privater Natur sind, spielt keine Rolle. Es ist dir überlassen, was du festhalten möchtest.

Die Anordnung der verschiedenen Übersichten folgt dabei in der Regel folgendem Muster:

  • Jahresübersicht
  • Monatsübersicht Januar
  • Tagesübersichten des Januars
  • Monatsübersicht Februar
  • Tagesübersichten des Februars
  • […]

Durch die unterschiedlich langen Tageslisten ist die Position (Seitenzahl) der Monatsübersicht nicht im Voraus festzulegen. Stellst du alle Monatsübersichten an den Anfang deines BuJos, musst du später sehr viel Blättern und nimmst dir die Chance, die Übersichten unterschiedlich anzulegen, auszuprobieren usw.

Richtig aufteilen (Grids)

Häufig möchte man die Seiten in seinem Bullet Journal sauber in mehrere Felder aufteilen. Sei es für Übersichten, Kalender oder Tracker. Je nach verwendetem Heft gibt es dafür ideale Anordnungen, damit die einzelnen Felder möglichst gleich groß sind.

Damit du nicht jedes Mal neu grübeln musst, wie breit ein Kästchen oder der Platz dazwischen sein muss, kannst du dir ein Grid Cheat Sheet (quasi ein Spickzettel / Merkblatt) erstellen.

Nimm dir dazu eine Seite und schau, wie du die freien Felder in der Breite und Höhe einteilen kannst. In Hälften, Drittel und Viertel. Mit einem Kästchen Platz zwischen den Flächen oder ohne.

Für Notizhefte mit 26*37 Feldern (wie das Leuchtturm 1917, mehr dazu weiter unten) habe ich dir auch ein Cheat Sheet zum Ausdrucken angefertigt. Dort kannst du genau ablesen, wie breit oder hoch du deine Felder machen musst, damit du den möglichen Platz perfekt ausnutzt.

Grid Cheat Sheet für Leuchtturm Bujo und ähnliche

Auf den ersten Blick sieht das Cheat Sheet vielleicht verwirrend aus. Wenn du es dir im Detail anschaust, wirst du den Nutzen aber schnell erkennen. Du musst dich darum aber nicht zwangsläufig sofort kümmern. Lege einfach los, wie es für dich am Besten passt!

CheatSheet herunterladen

Achtung: Andere Notizhefte haben teils andere Aufteilungen. Dann brauchst du ein anderes Cheat Sheet oder musst dir eben selbst eines anlegen.

Die Angst vor Fehlern

Gerade wenn eine Seite besonders schön aussehen soll, hat man zunehmend Angst vor Fehlern. Falsch gezogene Linien, Rechtschreibfehler oder misslungene Symbole.

Denke hierbei immer daran: Dein BuJo lebt! Fehler passieren. Streiche sie durch, benutze eine Korrekturflüssigkeit oder blättere im schlimmsten Fall eine Seite weiter. Das gehört absolut dazu.

Möchtest du bestimmte Systeme, Zeichnungen oder Stifte ausprobieren, nutze einfach die letzten Seiten deines Journals oder nimm dir ein zweites Heft nur zum rumprobieren. Mit meinem Lineatur-Generator kannst du dir auch ein Punktraster ausdrucken, um auf Druckerpapier zu üben.

Dein Bullet Journal individualisieren

Flexible Übersichten deiner ToDos und Termine zieren nun dein Bullet Journal. Doch dies ist bei weitem nicht alles. Nun kommen so genannte „Habit Tracker“ ins Spiel. Sie helfen dir dabei, Gewohnheiten, Gefühle und mehr aufzuzeichnen.

Je nach dem, was du hier genau aufzeichnen (tracken) möchtest, variiert die Darstellung eines Habit Trackers deutlich. Nachfolgend habe ich einige typische Beispiele für solche Tracker für dich.

Mood Tracker – Was macht deine Laune?

Mit dem Mood Tracker zeichnest du deine tägliche Stimmung auf. Vielleicht lassen sich aus bestimmten Launen Rückschlüsse ziehen?

Dazu brauchst du eine Übersicht aller Tage im Jahr, die du extrem reduziert darstellst. Ein Tag kann beispielsweise durch ein kleines Kästchen visualisiert werden.

Nun brauchst du wieder eine ganz kleine Legende: Suche dir 3-4 Farben, die für eine bestimmte Stimmung stehen. Zum Beispiel rot für schlechte Laune, grün für gute Laune oder gelb für keine besondere Ausprägung.

Bullet Journal Mood Tracker

Nach jedem Tag malst du das entsprechende Kästchen nun mit der jeweiligen Farbe aus. Im Laufe der Zeit ergibt sich so eine große Übersicht deiner Stimmungen. Wie immer gilt: Passe das System gern für dich an. Ich habe mir beispielsweise auch einen monatlichen Mood Tracker angelegt.

Sleep Tracker – Na dann gute Nacht!

Du ahnst es sicher schon: Auch deine Schlafzeiten kannst du überwachen. So identifizierst du schlechte Gewohnheiten oder Gründe für Schlafmangel.

Bullet Journal Schlaf Tracker

Wie detailliert du deinen Schlaf tracken möchtest, ist dir überlassen:

  • Eine einfache Übersicht, wie bei einem Mood Tracker, in der du festhältst wie gut du geschlafen hast
  • Bei Bedarf eine zusätzliche Angabe darüber, wie viele Stunden du geschlafen hast
  • Wenn du ins Detail gehen möchtest, schreibst du außerdem auf, von wann bis wann du genau geschlafen hast und notierst dir, wie du dich dabei gefühlt hast oder was dich eventuell beeinflusst hat.

Water Tracker – Guten Durst

Ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen ist essenziell für einen gesunden Organismus. Im Alltag vergessen wir leider all zu häufig, genügend (Wasser) zu trinken. Ein Water Tracker kann dir dabei helfen, täglich die richtige Menge Wasser zu dir zu nehmen.

Bullet Journal Wasser Tracker

Den Water Tracker kannst du mit deinen Tageslisten kombinieren oder eine extra Seite anlegen. Die Wassermenge visualisierst du zum Beispiel durch kleine Fläschchen, Tropfen oder einfache Kreise.

Was du sonst noch tracken kannst

Die drei Beispiele verdeutlichen, welche Möglichkeiten du für deine Habit Tracker hast. Es gibt dazu noch endlos weitere Anwendungsmöglichkeiten.

Im Laufe der Zeit fallen dir vermutlich auch noch weitere Dinge ein, die du (für eine gewisse Zeit) tracken möchtest. Einige Anregungen, was du visualisieren könntest, habe ich dabei noch für dich:

  • Deinen Fernseh- oder Internetkonsum
  • Bücher lesen
  • Social Media Nutzung
  • Deine Ernährung (Gesunde Ernährung, Fast Food, vegetarische/vegane Ernährung)
  • Dankbarkeit
  • Kaffeekonsum
  • Frische Luft
  • Familienzeit

Du siehst: Alle Bereiche des Lebens bieten genügend Möglichkeiten des Trackings.

Aber Obacht! Versuche nicht, jedes Detail zu tracken und dich damit zu stressen. Dein Bullet Journal soll dir auch helfen, dich zu ordnen und zu entspannen.

Kreative Entfaltung in deinem BuJo

Wenn du dich schon etwas mit dem Bullet Journaling beschäftigt hast, wirst du sie kennen: Die grandiosen Übersichten, Listen, Tracker und Monatsmotive einiger BuJo-Fans. Fantastisch gestaltet, ganz ohne Fehler und mit wunderschöner Handschrift.

Lass dich davon nicht verunsichern und vor allem nicht ablenken. Im Kern geht es um die Organisation deines Alltags!

Lerne das Prinzip Bullet Journal also erst einmal kennen und verzichte auf ausladende Motive. Fange klein an und steigere dich, wenn dein BuJo grundlegend funktioniert.

Ich kann aber auch total verstehen, dass du deine Übersichten, Tracker und Kalenderblätter schön gestalten willst. Mir geht es ganz genau so. Und auch dazu ist ein Bullet Journal gedacht: Deine kreative Entfaltung.

Bei meinem Monatsdeckblatt für den Februar habe ich mein BuJo mal im Querformat genutzt und versucht ein passendes Motiv zu zeichnen.

Bullet Journal Februar Deckblatt

Plötzlich war ich völlig im Zeichnen versunken und konnte nicht mehr aufhören. Am Ende musste ich sogar noch eine Variante erstellen, da ich die Zeichnung gern ausmalen wollte. Und so sah das schließlich aus:

Bullet Journal Deckblatt Februar

Ich habe dabei wirklich viel Farbe aufgetragen und war erstaunt, das nichts durch das Papier durchgeblutet ist!

Thematisch passende Motive, Kalenderblätter und charmante Symbole runden dein Bullet Journal ab und machen es endgültig zu deinem ganz persönlichen Begleiter.

Mein Deckblatt für den März ist wieder wesentlich schlichter und funktionaler geworden. Wichtige Termine habe ich hier bereits dezent markiert. Schlicht, aber schön! Oder?

Bullet Journal Deckblatt März

Doodling – Kleine Bilder große Wirkung

Das „Kritzeln“ kleiner Bildchen wird auch als Doodling bezeichnet. Dabei zeichnest du die Bilder auf möglichst einfache Art und Weise – ohne in Perspektiven oder Portraitmalerei zu verfallen.

Solche kleinen Doodle-Bilder sind eine ideale Ergänzung zu deinen Übersichten und Listen, da sie dabei helfen den Inhalt zu visualisieren.

Bullet Journal Doodles

Beschäftigt dich in einer Woche ein Thema ganz besonders, kannst du es mit passenden Doodles stützen. Auch Jahreszeiten und natürliche Elemente sind ideal für die Verzierung deiner Notizheft-Seiten geeignet.

Ich habe meine Doodle-Doppelseite auch noch einmal farbig ausgemalt. So wirkt die Seite richtig lebendig!

Möchtest du das Thema „Doodles“ wirklich vertiefen, empfehle ich dir einen Blick auf den Doodle-Helden Kurs* von Nicole zu werfen. Dort lernst du das Doodling Schritt für Schritt und mit vielen gemeinsamen Übungen.

Die kleinen Kritzeleien sind übrigens nicht nur nützlich, sondern auch super entspannend. Gleichzeitig steigert kritzeln laut einer Studie auch die Erinnerungsleistung.

Handlettering – Deine Schrift im Fokus

In deinem Bullet Journal nimmt deine Schrift einen ganz besonderen Platz ein. Sie ist überall präsent: In Überschriften, Listeneinträgen oder ausgestalteten Habit Trackern.

Das sogenannte Handlettering bezeichnet die Fokussierung auf jeden einzelnen Strich deiner Buchstaben. Mit besonderer Sorgfalt erstellst du so zauberhafte Schriften mit ganz unterschiedlichen Styles und Wirkungen.

Häufig ist das Bullet Journal eine analoge Auszeit, bei der du das Schreiben mit dem Stift neu lernen musst, da wir uns zu sehr an Computer und Tastatur gewöhnt haben. Die Muskeln in der Hand sind es nicht mehr gewohnt, sichere Striche zu ziehen und die Hand-Augen-Koordination muss sich ebenfalls neu einstellen.

Handlettering im Bullet Journal

Ich kann dir versprechen: Regelmäßiges Üben führt unweigerlich dazu, dass deine Striche sicherer und schöner werden. Möchtest du besonders Schöne Schriften gestalten, musst du einige Regeln des Handletterings nach und nach ebenfalls lernen. Sieh dir dazu auf jeden Fall meinen entsprechenden Blog-Artikel an.

Für den Anfang reicht auch deine „gewöhnliche“ Handschrift aus. Wie immer gilt: Hauptsache du legst los.

Das richtige Material

Bevor du jetzt loslegen kannst, bin ich dir noch eines schuldig: Die Beantwortung der großen Material-Frage. Wie oben beschrieben, hast du die Möglichkeit mit dem zu starten, was du zu Hause hast.

Das Herzstück – Ein passendes Notizheft

Ein schönes Bullet Journal, in dem viel Herzblut steckt, verlangt aber auch nach einem passenden Gewand. Dazu gibt es einige Notizbücher, die genau darauf zugeschnitten sind. Idealerweise werden dabei folgende Faktoren berücksichtigt:

  • Ein kräftiger Einband, damit deine Seiten optimal geschützt sind – auch unterwegs
  • Glattes, dickes Papier, damit deine Stifte richtig gleiten (auch Brushpens) und nicht durchbluten
  • Ein Raster deiner Wahl, zum Beispiel Kästchen, Linien oder ein dezentes Punktraster (Tipp!)
  • Die Möglichkeit, das Heft plan auf den Tisch zu legen

Weitere hilfreiche Merkmale sind (mehrere) Lesezeichen, eine Perforation zum Ausreißen (misslungener) Seiten oder die Möglichkeit lose Zettel zu verwahren.

Bullet Journal Notizhefte

Folgende Notizblöcke erfüllen den Großteil dieser Kriterien und werden bereits von vielen BuJo-Fans erfolgreich genutzt:

  • LEUCHTTURM 1917 Notizbuch (am besten als „dotted“)
  • Dingbats D5023GY (gepunktet)
  • Lemome Dotted Bullet Journal Notizbuch

Besonders das Punktraster hat sich etabliert (früher musste ich noch ewig nach passenden Blöcken suchen!) und bietet den perfekten Kompromiss aus Freiheit und geführten Linien.

Notizheft mit Punktraster

Die richtigen Stifte für dein BuJo

Klingt simpel – kann aber durchaus komplex werden: Das Thema Stifte.

Eine unschlagbare Kombination besteht aus Finelinern in schwarz, grau oder blau und ergänzenden Farben in Form von Brushpens oder Filzstiften. Brushpens haben eine flexible Pinselspitze und erlauben damit verschieden dicke Striche. Ausmalen und schreiben (Brushlettering) funktioniert damit gleichermaßen gut.

Mit diesen Finelinern bist du auf der sicheren Seite:

Wichtig: Wenn du Methoden nutzt, bei denen du deinen Fineliner „übermalen“ möchtest, muss die Farbe wasserfest sein! Da das beim Bullet Journaling häufig der Fall ist, empfehle ich meistens wasserfeste Stifte.

Fineliner

Eine kleine Farbauswahl bei den ergänzenden Stiften macht Sinn und erlaubt die eine tolle Gestaltung deiner Seiten, Listen und Habit Tracker.

Folgende Brushpens eignen sich super für dein BuJo:

Brushpens

Möchtest du lieber Filzstifte mit fester Spitze nutzen, bietet dir folgendes Set eine großartige Auswahl:

Mit Heft und Stiften bist du gut gewappnet. Um dir das Leben zu erleichtern, gibt es noch einige nützliche Zusatzmaterialien.

Was du sonst noch brauchst

Da du bei deiner Planung und Erstellung der Übersichten viele gerade Linien brauchen wirst, solltest du auf jeden Fall ein Lineal oder ein Geodreieck parat haben. Das macht es sehr viel einfacher, saubere Rahmen und mehr zu zeichnen!

In einer kleinen Ausführung kannst du es sogar direkt in deinem Bullet Journal aufbewahren und hast es damit immer dabei.

Kleines Geodreieck

Nutzt du häufig runde Elemente, kann eine Kreisschablone super hilfreich sein. Im Gegensatz zu einem Zirkel macht sie dein Papier nicht kaputt und hilft dir dabei, perfekte Kreise unterschiedlicher Größen zu ziehen.

Für Vorzeichnungen und Skizzen ist außerdem ein Bleistift und ein Radiergummi äußerst nützlich. Besonders bei größeren Motiven oder ausgefallenen Schriftzügen ist die Vorarbeit wichtig für die optimale Platzierung. Fehler können außerdem einfach wegradiert werden.

Weitere Hilfsmittel

Du wirst sehr schnell merken, was du wirklich brauchst und was nicht. Einfach ausprobieren!

Hilfreiche Extras

Neben den grundsätzlichen Werkzeugen gibt es noch das ein oder andere Extra, welches dir das Leben erleichtert.

Möchtest du beispielsweise einen bestimmten Stift immer zusammen mit deinem BuJo parat haben, sind sogenannte „Pen Loops“ eine geniale Lösung. Ein Pen Loop ermöglicht dir, einen beliebigen Stift mit einer Schlaufe an deinem Notizheft zu befestigen. Du kannst damit jedes Buch oder Heft um einen Stiftehalter erweitern.

Geführtes Lernen im Online-Kurs

Du möchtest unbedingt ein Bullet Journal starten, findest es aber noch zu kompliziert? Ich kann dich verstehen! Die ersten Schritte sind immer am schwierigsten – aber niemand kann sie dir abnehmen.

Einzig die Form des Lernens kannst du dir erleichtern. Seit kurzem gibt es einige Online-Kurse zum Thema Bullet Journal, welche dir helfen dein BuJo Schritt für Schritt zu entwickeln. Wenn du lieber einem roten Faden folgst und ein didaktisch sauber aufgebautes System bevorzugst, ist ein solcher Kurs vielleicht für dich interessant.

Andernfalls empfehle ich dir, einfach loszulegen! Egal wie.

Jetzt bist du dran

Du weißt jetzt, welche Systeme es gibt, wie und womit du sie gestalten kannst und dass dein BuJo mit dir zusammen wächst. Jetzt ist es an der Zeit, loszulegen!

Organisiere dir das passende Material und lege deinen persönlichen Begleiter an. Deinen Kalender. Dein Tagebuch. Deinen Coach. Dein Bullet Journal. Ich wünsche dir ganz viel Spaß dabei.

Wenn dir meine Anleitung geholfen hat oder du noch weitere Tipps für das BuJo hast, schreib mir bitte einen Kommentar. Ich freue mich auf deine Rückmeldung.

10 Gedanken zu „Das Bullet Journal – So nutzt du es für dich!“

  1. Hallo Timo! Das ist eine super Anleitung! Ich glaub, ich starte auch mal ein BuJo – bisher hab ich eigentlich gedacht, brauch ich gar nicht, ist auch nix für mich! Aber nach Deinen tollen Beschreibungen bin ich jetzt doch neugierig geworden! LG Pia

    Antworten
  2. Hallo Timo,
    vielen Dank für diese gute, übersichtliche Beschreibung!
    BuJo ist scheinbar genau das was ich brauche. 🤗
    Bisher dachte ich, es fordert mehr (zwar kreative) Zeit, als es für mich nützlich sein könnte.
    Aber dein Artikel hat meine Meinung geändert.
    Er war sehr hilfreich!
    Vielen lieben Dank nochmal!
    LG Ursula

    Antworten
  3. Lieber Timo, ich bin ja schon Fan von deinem Handletteringworkshop und deines Sketchnotes Kurses, nun gibts auch noch eine Bullet Journal Anleitung von Dir, in deiner präzisen guten Art. Ich bin begeistert, Boulletjournaling ist nämlich meine dritte Leidenschaft 👍 wenn du jetzt noch malen anbietest wär bei mir alles abgedeckt👍😉Liebe Grüsse aus der Schweiz

    Antworten
    • Oh, vielen Dank! Das ist super!
      Malen und Zeichnen ist ja ebenfalls seit ich denken kann eine Leidenschaft von mir, daher wird es da sicher auch mal etwas zu geben. 🙂
      Liebe Grüße.

      Antworten
  4. Hallo Timo,

    ein BuJo wäre gerade jetzt während Corona glaube ich genau das richtige. Da könnte ich alle meine Aufgaben reinschreiben. Ich werde ess mal ausprobieren. Nach der tollen Anleitung.

    LG RAHEL

    Antworten
  5. Hallo Timo,
    Deine Anleitung hat mich total neugierig gemacht. Ich liebe Notizbücher, Stifte und das Planen. Als Zahlenmensch liegt mir das kreative Gestalten aber nicht so. Vielleicht passt ein minimalistisches BuJo zu mir. Meine digitalen Organizer halten zwar auch alle Termine fest, ich vermisse aber immer den Gesamtüberblick.
    Ich werde es ausprobieren.
    Liebe Grüße
    Annette

    Antworten
    • Ein minimalistisches BuJo ist gar kein Problem! Zum Glück kannst du es dir ganz nach Bedarf anpassen.
      Viel Spaß dabei und liebe Grüße. 🙂

      Antworten

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