Doodles zeichnen: Kreativ, entspannend & nützlich

Kleine, einfache Bildchen in unperfektem Look zieren seit geraumer Zeit Blogs, Journals und auch größere Illustrationen. Warum die sogenannten „Doodles“ nicht nur schick aussehen, sondern einen echten Nutzen haben, erfährst du in dieser Anleitung.

Außerdem zeige ich dir, wie und mit welchen Materialien du das Doodling am besten lernst.

Doodlen wortwörtlich

Wie bei so vielen Trends hat sich der Anglizismus „Doodle“ auch bei uns etabliert.

Wörtlich übersetzt heißt „Doodle“ soviel wie „Gekritzel“ oder „Kritzelei“.

Im Kern trifft es das schon recht gut, klingt aber fast zu abwertend. Denn Doodles sind zwar simpel in Ihrer Konstruktion, wirken aber oftmals deutlich schicker als eine plumpe „Kritzelei“.

Was macht das Doodling jetzt so beliebt?

  • Es geht schnell und einfach von der Hand
  • Du brauchst keine besonderen Materialien
  • Mit deinen Doodles kannst du Karten, Bücher, Handletterings und vieles mehr verzieren
  • Es hat einen positiven Einfluss auf dein Gedächtnis (dazu später mehr)

Das richtige Material zum Kritzeln

Ganz ehrlich? Vergiss bestimmtes Material, sondern nimm das, was du zu Hause hast. Ob Bleistift, Kugelschreiber oder Filzstift – doodeln kannst du mit jedem Stift.

Gleiches gilt für das Papier. Nimm was du hast und im Notfall tut es auch eine alte Zeitung oder ein (ausrangiertes) Buch!

Doodles in einem alten Buch

Möchtest du unbedingt den typischen „Doodle-Look“ haben, empfehle ich dir einen schwarzen Fineliner. Am besten mit wasserfester Farbe, da sie dann nicht verwischt. Theoretisch kannst du deine Doodles dann sogar nachträglich ohne Probleme ausmalen.

Ich persönlich bin ein großer Fan der Fineliner Sets von Staedtler und Sakura, da man die verschiedenen Größen immer irgendwie gebrauchen kann. Außerdem sind die Stifte wasserfest und schön schwarz.

In meinem Bullet Journal habe ich zur Übung sogar eine ganze Doppelseite mit den kleinen Bildchen gefüllt:

Doodles im Bullet Journal

Auch wenn der schwarzweiß Look wirklich charmant ist, habe ich die Doodles anschließend alle ausgemalt.

Bunte Doodles

So fängst du an zu doodeln

Hast du Stift und Papier beisammen, kannst du auch direkt loslegen. Versuche es mit einfachen Gegenständen aus deiner Umgebung.

Blumentöpfe, Geschirr, Bücher, Möbel und Dekoration sind nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten.

Zeichne die Objekte mit ganz einfachen Grundformen, zweidimensional und ohne Anspruch auf Perfektion. Kritzel einfach so vor dich hin. Bei diesem Prozess kannst du voll und ganz in der Kritzelei versinken und ruhig etwas träumen.

Schau dir als Beispiel folgendes Löwen-Doodle von mir an. In wenigen Schritten und mit simplen Formen entsteht ein kleiner Löwenkopf.

Löwen Doodle Strich für Strich

Natürlich kannst du dir auch verschiedene Themen überlegen und passend dazu deine Doodles anfertigen. Hier ein paar kleine Anregungen:

  • Urlaub, Sommerferien, Reisen
  • Essen und Trinken
  • Tiere auf dem Bauernhof
  • Häuser, Hütten, Türme, Burgen und Schlösser
  • Pflanzen und Blumen
  • Straßenschilder
  • Buchstaben

Wachsende Doodles

Eine geniale Sache sind wachsende Doodles. Also Skizzen, die du immer mehr erweiterst. Starte einfach mit einem Objekt und füge nach und nach weitere Elemente an. So kannst du fast ewig weitermachen und deine Doodles verfeinern. Perfekt, um nebenbei einem Hörbuch oder einem Podcast zu lauschen.

Schau dir dazu einmal das nachfolgende Beispiel an. Schritt für Schritt habe ich dort Türme gekritzelt und um Details ergänzt. Die Striche sind allesamt nicht perfekt und die Formen teilweise zittrig und ungleichmäßig. Am Ende entsteht trotzdem ein ziemlich cooles Bild, oder?

Doodle Burg 01
Doodle Burg 02
Doodle Burg 03
Doodle Burg 04
Doodle Burg 05
Doodle Burg 06

PS: Findest du das Dach ohne die „Dachpfannen“? Dann schreib einen Kommentar unter den Artikel!

Das „ziellose“ Gekritzel kommt übrigens der Technik des Zentanglens ziemlich nahe. Dabei geht es allerdings weniger um erkennbare Objekte, als um zufällige Muster. Eine sehr schöne Möglichkeit um aktiv zu entspannen und trotzdem etwas kreativ zu sein.

Doodle oder Zentangle?

Das Schöne am Zentangeln ist, dass du nie weißt, was am Ende dabei herauskommt. Die Muster entstehen ganz unterschiedlich und du kannst dich richtig darin verlieren (im positiven Sinne).

Vom Doodle zur Sketchnote

Das Doodling ist eine geradzu perfekte Grundlage für das Sketchnoting. Die einfachen Bildchen sind sehr schnell gezeichnet und eignen sich super dazu, Sachverhalte visuell darzustellen.

Ergänzt du deine Doodles also um eine beschreibende Notiz, fertigst du praktisch automatisch deine ersten Sketchnotes an. Wichtig ist hierbei das Zusammenspiel aus der Grafik und dem textlichen Inhalt.

Vom Doodle zur Sketchnote

Zusammen ergibt das eine visuelle Notiz – eine besonders effiziente Art und Weise, Informationen aufzuzeichnen.

Wie Doodles dein Gehirn beeinflussen

Abschließend möchte ich noch einen wichtigen Faktor beleuchten: Den positiven Einfluss von Kritzeln auf die Erinnerungsleistung.

Vielleicht hast du bereits in der Schulzeit während des Unterrichts in dein Heft gekritzelt. Und wahrscheinlich wurdest du dafür früher oder später ermahnt. Dabei ist genau diese Art des Kritzelns eine effektive Möglichkeit, sich besser an die Inhalte aus dem Unterricht zu erinnern.

Dies ist jedenfalls das Fazit der Studie „What does doodling do?“. Laut der Studie konnte sich die Kritzelgruppe besser an die aufgenommenen Informationen erinnern. Dabei war übrigens nicht relevant, ob die Skizzen mit dem Inhalt zu tun hatten – es ging einzig und allein um den Prozess des „doodelns“.

Damit ist auch der Beweis erbracht, dass Doodles zeichnen nicht nur kreativ und spaßig, sondern auch wirklich nützlich ist.

Doodle Online Kurs

Auch zum Doodles zeichnen gibt es natürlich passende Online Kurse. Dabei wirst du direkt an die Hand genommen und lernst Schritt für Schritt, deine eigenen Doodles zu kreieren.

Mit Hilfe verschiedener Zeichen- und Kreativtechniken gewinnst du so an Sicherheit beim Malen und kannst in kurzer Zeit dein Bullet Journal und vieles mehr verzieren!

Möchtest du beim Lernen unterstützt werden, empfehle ich dir den Doodle Helden Kurs* von Nicole. Mit sehr viel Liebe zum Detail und wunderbaren Motiven begleitet Nicole dich auf deinem Weg zum Doodle Helden.

Und damit ran an die Stifte! Viel Spaß beim Kritzeln.

2 Gedanken zu „Doodles zeichnen: Kreativ, entspannend & nützlich“

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